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Besichtigung der Schiffswerft Blohm & Voss
Am
Mittwoch den 10. April machten wir uns mit 8 Personen von Ellerau mit
der AKN auf den Weg zu den Landungsbrücken. Von dort ging es dann zu Fuß
zum alten Elbtunnel. Leider war der Fahrstuhl defekt und so mussten wir
die Treppe benutzen.

An den Landungsbrücken
Blick auf Blohm & Voss
Es ist immer wieder
beeindruckend dieses alte Bauwerk zu durchqueren, welches früher die
einzige Möglichkeit war auf die andere Seite der Elbe zu gelangen. Nach
fast 500m unter der Elbe fuhren wir mit dem Fahrstuhl an die Oberfläche
zurück. Vom Tunnelausgang bis zu den Werkstoren von der Werft, war es
nur noch ein kurzer Spaziergang. Vor den Werkstoren trafen wir noch 3
weiter Modellbaukollegen.
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| Vor den
Werkstoren |
Bild
der Olympia Explorer |
Nach dem wir uns beim
Pförtner gemeldet hatten, führte man uns in einen Raum, wo uns ein
interessantes Video über die Geschichte und Entwicklung der Werft Blohm
& Voss gezeigt wurde. Nach dem film bekam jeder Teilnehmer einen weißen
Helm, den man die ganze Zeit auf dem Werftgelände tragen muss. Als
erstes gingen wir in das Ausbildungszentrum, wo wir die Lehrlinge bei
ihrer Ausbildung beobachten konnte und verschiedene Gesellenstücke
ausgestellt sind. Anschließend ging es über das Freigelände, wo
Tausende von zugeschnittene Metallplatten, jede mit einer
Identifikationsnummer beschriftet, lagern. Vorbei an einem Stück alter
Bordwand, wo man noch die Niettechnik von früher sehen konnte ging es
in eine große Halle, wo die Teile aus riesigen Metallplatten
ausgebrannt werden. Früher mit dem Schneidbrenner aber inzwischen
werden die teile mit Hilfe eines Plasmaschneiders unter Wasser oder seit
einem Jahr ganz modern mit einem Laserstrahl.
Wir hatten sogar das Glück, das gerade als wir an der Anlage
standen ein Teil ins Wasser abgesenkt wurde und dann unter der
Wasseroberfläche ausgeschnitten wurde. Bei dieser Methode, entstehen
weniger gefährliche Abgase und das Material verformt sich nicht so
stark, weil die Wärme sofort vom umgebenden Wasser abgeleitet wird.
Vorbei an einer gewaltigen Presse, wo gerade eine Platte gebogen wurde.
Die Presse ist 1937 gebaut wurden und hat eine Presskraft von 9000 t und
kann platten bis 80 mm biegen. Nach dem 2. Weltkrieg wollten die Engländer
dieses Maschine mit nach England nehmen, aber man hat es nicht geschafft
sie zu zerlegen. Durch die ganze Halle verlaufen mehrere Kranbahnen,
wobei keiner weniger als 5 t Heben kann. Im anderen Ende der Halle
wurden dann die Platten zu einzelnen Sektionen zusammen geschweißt. Die
Arbeitsbedingungen in der Halle sind recht laut, zügig kalt und recht
schmutzig. Die wichtigsten Arbeitsgeräte sind der Schweißbrenner und
der große Hammer um die Teile passend zu montieren. Die einzelnen
Sektionen werden anfangs auch über Kopf montiert und erst dann im
ganzen umgedreht. In der nächsten halle waren die Sektionen schon
umgedreht und zu noch größeren Einheiten zusammen geschweißt. Es ist
schon gewaltig wenn man vor so einer Schiffssektion steht und sich da
ganze einmal im Querschnitt zu sehen bekommt. Im Inneren solcher
Sektionen kann fast nicht maschinell geschweißt werden, weil die
Platzverhältnisse so beengt sind. Das heißt 90 % der Teile werden von
Hand eingeschweißt. Von dieser Halle gingen wir rüber zum Ausrüstungskai,
wo gerade die Olympia Explorer liegt, Ein sehr schnelles Fahrgastschiff,
welches nächste Woche ausgeliefert werden soll. Hier war es sogar
erlaubt ein paar Fotos zu machen, ansonsten ist auf dem ganzen Gelände
das Fotografieren verboten, wegen der geheime Marinetechnik, die dort
gebaut wird. Über eine Rampe gingen wir dann in das Schwimmdock Nr. 5
wo gerade eine Fregatte gebaut wird. Vorbei an dem Wasserstrahlantrieb
und den beiden Verstellpropeller gingen wir unterhalb des Rumpfes zum
Mittschiff. Wirklich faszinierend so ein Schiff, einmal von unten zu
betrachten. Wann hat man schon einmal die Möglichkeit sich das
Unterwasserschiff, samt Ruder, Schrauben usw. zu bestaunen. Nach dem man
uns noch erläutert hat wie das Schiff im Dock aufgebockt wird, gingen
wir am Sonardom vorbei zur Bugnase, die ich auch einmal berühren wollte. Kaum zu glauben , das unter dem ganzen
Schwimmdock ein 4 m hoher Hohlraum ist, der mit Wasser geflutet werden
kann um das Dock dadurch ab zu senken und das fertige Schiff dadurch
aufschwimmen zu lassen. Welches dann von Schleppern rausgezogen wird.
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| Passagierschiff
Olympia Explorer am Ausrüstungskai |
Auf dem
Weg zum Trockendock Elbe 17 |
Heute gibt es nur noch
2 Baudocks bei Blohm & Voss, früher gab es mehrere und eine
Schiffshelling. Die gibt es zwar immer noch, aber wird nicht mehr
benutzt. Bei der Helling wird das fertige Schiff durch einen Stapellauf
zu Wasser gelassen. Zur Zeit ist man am überlegen , ob man diese nicht
überdacht, um einen weiteren wetterunabhängigen Bauplatz zu haben.
Zum Schluss gingen wir
noch zum Trockendock Elbe 17 . Diese war bis vor kurzem noch das größte
seiner Art in Europa. Ein Trockendock wird durch ein riesiges Tor von
der Elbe abgetrennt und dann wird das Wasser abgepumpt. Bis das Schiff
im trockenen liegt. Als wir am Rand des Docks stehen und in das 20 m
tiefe Dock starren ist man schon schwer beeindruckt von diesem
gewaltigen Bauwerk. In dem Dock wird gerade ein Ro-Ro-Containerschiff
mit einem neuen Unterwasseranstrich versehen. Danach gehen wir noch in
das Hauptverwaltungsgebäude und dort in die sogenannte Teppichetage.
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| Modell
der Schiffswerft von 1975 |
und von
heute |
Dort sind einige
Schiffsmodelle ausgestellt, die bei Blohm & Voss gebaut wurden. Das
Glanzstück ist ein Modell des Schlachtschiffs Bismarck, welches im 2.
Weltkrieg dort gebaut wurde. Das Modell ist im Maßstab1:50 gebaut und
fast 5 m lang. In einem weitern Vitrine sind von jedem Schiff, welches
in den 125 Jahren von der Werft gebaut wurde. Angefangen hat es mit
einem kleinen Dampfschiffen, der Baunummer 1. Dann Kriegsschiffe für
die Kaiserliche Marine, unzählige U-Boote für den zweiten Weltkrieg
und seit 1953 wurden wieder alle möglichen Frachtschiffe, Tanker,
Passagierschiffe usw. gebaut. Der Blick auf die Schiffsmodelle ist extra für uns
Modellbauer organisiert wurden, normaler weise, hat dort kein Besucher
zutritt.
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| Modell
der Bismarck 1: 50 |
Luxusyacht
Lady Moura |
Nach 2,5 Stunden
interessanter Führung endet unser Besichtigungstour. Zurück durch den
alten Elbtunnel geht wieder auf die andere Seite der Elbe. Diesmal dürfen
wir sogar den Autofahrstuhl benutzen, um wieder an die Oberfläche zu
kommen. Da wir noch etwas Zeit haben bummeln wir noch über die
Landungsbrücken und gönnen uns etwas zum Mittag und schauen uns die
Schiffe im Hafen an. Mit der Bahn geht es dann wieder zurück nach
Ellerau. Alle waren von diesem tollen Tag begeistert. Vielen Dank noch
einmal an unseren Modellbaukollegen Klaus Riese, der die Besichtigung für
uns organisiert hat.
Jörg Klug
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