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Vereinszeitung
Schaufahren
2010 im Rendsburger Hallenbad oder weiß auf weiß
Am Samstag den 4.
Dezember war es wieder so weit der Rendsburger
Schiffsmodellbauclub hatte zu seinem traditionellen
Nacht-Schaufahren ins Hallenbad geladen. Inzwischen
schon zum 30. Male.
Trotz des frühen
Wintereinbruchs und dadurch widrigen
Straßenverhältnissen machten wir uns auf den Weg. Durch
dichtes Schneetreiben auf der Autobahn erreichten wir
trotzdem unversehrt das tief verschneite Rendsburg.
Obwohl das Wetter mehr als schlecht war, hatten sich
wieder reichlich Modellbauer aus ganz Schleswig-Holstein
eingefunden. Die Halle war wie immer tropisch (30 Grad)
beheizt. Durch die Kälte draußen (-5 Grad) spürte man
den Unterschied noch extremer. Das erste was mir
auffiel, war, dass das Hallenbad seit unserem letzten
Besuch vor einem Jahr ordentlich modernisiert wurde. Die
einfache Zuschauergalerie wurde mit gemütlichen
Sitzecken erweitert und optisch schön mit Holz
verkleidet und die Stützsäulen wurden perfekt als Palmen
getarnt, außerdem wurden viele Bereiche neu gefliest.
Wir hatten sogar
Glück und konnten mal wieder unsere Stammecke am
Sprungbrett beziehen. Dort trafen wir dann auch noch
einige andere Modellbauer aus unserem Verein. Bei einem
Rundgang durch die Halle traf man dann viele bekannte
Gesichter. Die Spanne der mitgebrachten Modellboote
reichte von ganz einfachen Holzbooten über viele
Baukastenmodelle bis hin zu hoch detaillierten
Seenotrettungskreuzern und Bohrinselversorgern.
Insgesamt waren ca. 60 Modelle angemeldet.
Als ich dann mein
Springer Tug fahrfertig vorbereiten wollte, musste ich
erschreckend feststellen, das der Mast beim Ausladen aus
dem Kofferraum herunter gefallen sein musste. Also
Badehose wieder aus und Winterjacke an und zurück zum
Parkplatz. Viel Hoffnung hatte ich nicht, meinen Mast
wieder zu finden, denn es hatte weiterhin kräftig
geschneit und einen weißen Mast im weißen Schnee ist
auch nicht so leicht zu entdecken. Ich hatte aber großes
Glück - direkt hinter dem Auto lag er dann im Schnee,
noch ganz leicht an den Konturen zu erkennen. Somit
stand dem Schaufahren aus meiner Sicht nichts mehr im
Wege. Zur Entspannung gönnte ich mir erst einmal eine
leckere Currywurst mit Pommes im Hallenbadrestaurant.
Das der
Veranstalter dann sogar noch die Startreihenfolge
änderte, damit ich in Ruhe Essen konnte, fand ich super
freundlich. Doch der nächste Schreck sollte nicht lange
auf sich warten, als ich meine Fernsteuerung auspacke,
geht das Batteriefach auf und die einzelnen Akkus fallen
hinaus. Leider ist gerade die erste Gruppe am
Schaufahren und somit die Halle komplett abgedunkelt.
Die 7 Akkus hatte ich relativ schnell wieder gefunden
aber einer fehlte und der war einfach nicht zu finden.
Ein Modellbaukollege entdeckte ihn dann 5m weiter weg im
Planschbecken. Dort war er hin gerollt. Auch hier war
das Problem den weißen Akku auf den weißen Fliesen zu
erkennen. Nach 2 Missgeschicken war ich gespannt, was
noch alles passieren würde. In jeder Gruppe fuhr
mindestens einer aus unserem Verein, so dass man sich
gegenseitig beim Reinsetzen der Modelle helfen konnte.
Gefahren wurde in 5
Gruppen á 12 Modelle. Viele davon waren originalgetreu
beleuchtet, nur bei einigen, war die Leuchtstärke der
Lampen doch etwas zu hell. Besonders unangenehm viel das
Forschungsschiff Polarstern auf, weil dort das Licht
komplett durch die Aufbauten schien, weil das Material
so dünn ist. Mit etwas schwarzer Farbe auf der
Innenseite hätte man das verhindern können. Was auch
auffiel, war das bei den meisten Schiffen alle Fenster
erleuchtet waren. Das ist in der Realität nie so, bei
einem Haus leuchten auch nicht alle Fenster, sondern nur
die, wo auch gerade jemand anwesend ist.
Vorbildgerechter wäre es, wenn nur 30% der Fenster
beleuchtet sind.
In der vorletzten
Gruppe war ich dann dran. Anfangs lief alles super, aber
nach dem ich ein Stück rückwärts gefahren bin, war das
Ruder übergeklappt und ich konnte nur noch nach links
steuern. Als kurz darauf sich auch noch die
Motorkupplung löste, war das Dilemma perfekt. Zum Glück
wurde mein Springer von Jannik an den Beckenrand
geschoben und ich konnte die Schäden notdürftig
reparieren. Nach den 5. Durchgang war dann noch kurz
freies Fahren angesagt - die Zeit nutzten wir um etwas
Wasserball mit unseren 3 Springer Tugs zu spielen, aber
durch den Wellengang im Becken war es sehr schwierig den
Spielball gezielt zu manövrieren. Danach kam es zur
Siegerehrung, bei den Jugendlichen gewann das
Schlauchboot mit "Garfield" als Kapitän. Bei den
Erwachsenen deutete man schon vorher an, das Peter
Stoffers mit seiner "Andre Thomé" gewonnen hätte. Umso
überraschter waren wir bei der Verkündigung dann, das
Frank Westphal mit seinem Atomeisbrecher "Lenin"
gewonnen hat.
Nach dem ihm dann
offizielle der Nachttopf als Wanderpokal überreicht
wurde, durften die Sieger zu erst vom Sprungbrett ins
Becken springen. Nur hatte Frank sich nicht so wirklich
überlegt was für einen Sprung er machen sollte und
sprang etwas merkwürdig ins Wasser. Das erfrischende Bad
tat uns allen gut und auch die rasante Rutsche war
wieder geöffnet. Gegen 22.30 Uhr machten wir uns auf den
Rückweg. Inzwischen hatte es aufgehört zu schneien und
nach dem wir die Autobahn erreicht hatten, kamen wir
auch gut voran und sicher nach Haus. Wieder eine sehr
schöne Veranstaltung zum Jahresende, wir werden
sicherlich nächstes Jahr wieder daran teilnehmen, nur
das Wetter dürfte etwas besser sein.
Jörg Klug
1. Vorsitzender SMC Albatros Ellerau e.V.

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