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Lärmaktionsplan

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Der Lärmaktionsplan

Die Gemeinde Ellerau hat den am 11.12.2008 von der Gemeindevertretung beschlossenen Lärmaktionsplan für die Jahre 2008-2013 (LAP 2008-2013, Stand 19.05.2008) gemäß § 47d BImSchG und den Vorgaben der EG-Umgebungslärmrichtlinie überprüft und für die nächsten fünf Jahre fortgeschrieben. Gleichzeitig sind die aus der strategischen Lärmkartierung 2012 zusätzlich ermittelten Lärmprobleme für den Bereich der L 76 sowie den Schienenverkehr zu bewerten und Maßnahmen zu entwickeln, wie diese Lärmauswirkungen geregelt bzw. gemindert werden sollen. Der Entwurf für den LAP 2013-2018 liegt nun vor und wurde von der Gemeindevertretung am 3.12.2015 für das förmliche Beteiligungsverfahren der Öffentlichkeit und der Behörden freigegeben.

Der Entwurf des LAP 2013-2018 basiert auf der strategischen Lärmkartierung 2012 in der Fassung vom 2.04.2013 für alle relevanten Lärmquellen des Straßen- und Schienenverkehrs, die das Büro Lärmkontor, Hamburg im Auftrag des Landes Schleswig-Holstein erstellt hat (s. Internetseiten des Landes unter http://www.umweltdaten.landsh.de/laermatlas).

Der Entwurf für den fortgeschriebenen Lärmaktionsplan nutzt die bekannten Handlungsfelder zum Vermeiden, Verlangsamen und Verstetigen von Lärmbelastungen aus dem Straßenverkehr. Er greift die geplanten und aus dem LAP 2008-2013 übertragenen Lärmschutzmaßnahmen aus dem Planfeststellungsbeschluss zum sechsstreifigen Ausbaus der A 7 auf, die bis Ende 2018 realisiert werden sollen. Daneben führt er neu erarbeitete Maßnahmenvorschläge für die L 76 an. Diese führen nicht nur zu einer Entlastung der Anliegerinnen und Anlieger auf Ellerauer Seite, sondern auch für die aus Quickborn-Heide. Der parallel erarbeitete Entwurf des Lärmaktionsplans für die Stadt Quickborn enthält ebenfalls den Vorschlag einer Reduzierung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit auf 30 km/h nachts auf dem Abschnitt westlich "An der Gronau" bis zur "Bahnstraße".

Mit dem geplanten zweigleisigen Ausbau der AKN-Strecke zwischen den Haltestellen Quickborn und Tanneneck und der Elektrifizierung dieser Strecke (Ersatz der Dieseltriebwagen) ist auch aktiver Lärmschutz in Form von Schallschutzwänden/ -wällen für das Gemeindegebiet Ellerau vorgesehen, um die Immissionsgrenzwerte der 16. BImSchV einzuhalten. Ein kreuzungsfreier Umbau des Knotenpunktes AKN- Schienenstrecke und Berliner Damm / L76 wird von der Gemeinde Ellerau angestrebt. Beide Maßnahmen sind aber nicht vor 2018 zu erwarten.

Als weitere Maßnahme sollen im Rahmen der Ortsentwicklungsplanung keine Wohngebiete im Einflussbereich der A 7 und L 76 entwickelt werden, um neue Lärmkonflikte zu vermeiden.

Erstmalig ist die Aufnahme des Schutzes als ruhiges Gebiet für das Erholungsgebiet "Herrendamm/ Buschweg" westlich und östlich der A 7 vorgesehen. Die Flächen "A" und "B" sollen als ruhiges Gebiet festgesetzt und vor einer Zunahme des Lärms geschützt werden. Es wird angestrebt, die Lärmbelastung in diesen Gebieten so zu verringern bzw. auf einem Niveau zu halten, dass die Kommunikation im Freien am Tage (ca. 55 dB(A)) möglich bleibt.

Das Beteiligungsverfahren für die Behörden und sonstigen Träger öffentlicher Belange, deren Aufgabenbereich durch den Lärmaktionsplan nach § 47 d des BImSchG berührt werden können, hat nach den Weihnachtsferien begonnen. Die Beteiligung der Öffentlichkeit wird im Januar 2016 mit einer Bürgerversammlung am 27.01.2016 ab 19.00 Uhr im Bürgerhaus starten. Danach erfolgt die einmonatige öffentliche Auslage des Entwurfes zum LAP 2013-2018 im Ellerauer Rathaus (1.02. bis 1.03.2016). Bis zum 14.03.2016 können Stellungnahmen oder Einwendungen schriftlich oder während der Dienststunden zur Niederschrift abgegeben werden. Alle eingegangenen Stellungnahmen und Einwendungen sind einer Abwägung zu unterziehen. Die Ergebnisse mit den Abwägungsvorschlägen sollen den politischen Gremien im ersten Halbjahr 2016 zur Beratung vorgestellt werden und in die Fassung des endgültigen LAP 2013-2018 einfließen.

Nach dem politischen Beschluss des LAP 2013-2018 durch die Gemeindevertretung ist dieser dem Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume S.-H. (MELUR) zuzuleiten. Das MELUR fasst die landesweite Situation zusammen und leitet sie über den Bund an die EU-Kommission weiter.

 

Was ist ein Lärmaktionsplan?:

Ein Lärmaktionsplan ist ein konkreter Plan zur Regelung von Lärmproblemen und Lärmauswirkungen, die durch Umgebungslärm aus dem Straßen-, Schienen-, Flugverkehr sowie durch industrielle Tätigkeiten verursacht werden. Er soll die erforderlichen Maßnahmen zur Lärmminderung enthalten, um den Umgebungslärm so weit wie erforderlich zu verhindern und zu mindern. Ein erhöhter Handlungsbedarf besteht insbesondere in den Fällen, in denen das Ausmaß der Belastungen gesundheitsschädliche Auswirkungen haben kann. Außerdem ist die Umweltqualität in den Fällen zu erhalten, in denen sie aktuell zufriedenstellend ist.

In Ellerau sind laut dem Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume Schleswig-Holstein (LLUR S.-H.) keine für die Lärmminderungsplanung relevanten Industriebetriebe vorhanden oder in den nächsten fünf Jahren geplant. Daher wurden in 2012 die Bereiche Straßen-, Schienen- und Flugverkehr untersucht.Die Lärmkartierung des Flughafen Hamburg-Fuhlsbüttel ermittelt keine Belastungen bzw. keine Betroffenheiten durch Fluglärm für das Gebiet der Gemeinde Ellerau oberhalb der Schwellen von 55 dB(A) – berechnet als LDEN – und oberhalb von 50 dB(A) – berechnet als LNight – (s. Bericht des LLUR S.-H.: Auswertung der Lärmkartierung 2012). Aus diesem Grund wurden Betroffenheiten durch Fluglärm in Ellerau im Rahmen des LAP 2013-2018 ebenfalls nicht betrachtet, da sie unterhalb der Schwelle liegen, aber der gesundheitliche Beeinträchtigungen nicht mehr ausgeschlossen werden können.

 

Was wurde bisher in Ellerau zur Lärmminderungsplanung erarbeitet?

Die Gemeinde Ellerau hat bereits 2008 einen Lärmaktionsplan für die erste Stufe der Lärmminderungsplanung erarbeitet, der allerdings nur die A7 als relevante Lärmquelle betrachten musste. Ellerau ist nach § 47e des BImSchG verpflichtet, die strategischen Lärmkarten 2007 und den Lärmaktionsplan 2008-2013 zu überprüfen und fortzuschreiben. Die Überprüfung bzw. Neuberechnung der strategischen Lärmkartierung wurde 2012 abgeschlossen. Die Überprüfung des Lärmaktionsplanes durch die Verwaltung anhand eines Formblattes des LLUR S.-H. wurde am 29.09.2015 abgeschlossen (s. "Vermerk zur Überprüfung des Aktionsplanes der 1. Stufe" im Internet unter http://www.umweltdaten.landsh.de/public/umgebungslaerm/dbscript/la_gemeinde.php?sgkz=01060019&smode=w

Ergebnis dieser Überprüfung ist, dass die Zahl der durch Straßenlärm belasteten Menschen in Ellerau zugenommen hat, da eine weitere Quelle aus dem Straßenverkehr -- die L 76 (Bahnstraße und Ellerauer Straße) – zu berücksichtigen ist. Neu ist auch die Betrachtung der durch Schienenverkehrslärm beeinträchtigten Menschen in Ellerau. Es sind jedoch deutlich weniger Menschen von Schienenverkehrslärm betroffen als von Straßenverkehrslärm. Die Lärmbelastungen durch den Betrieb der AKN-Strecke liegen hier unterhalb der Schwelle, ab der gesundheitliche Beeinträchtigungen nicht mehr auszuschließen sind.

Der Straßenverkehr verursacht damit immer noch die meisten Beeinträchtigungen durch Lärm im Stadtgebiet – analog zu bundesweiten Erkenntnissen. Daher wurden für diesen Bereich lärmmindernde Maßnahmenvorschläge erarbeitet, die in den Entwurf des LAP 2013-2018 eingeflossen sind.

 

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